Was ist die Funktion der Wirbelsäule?

Röntgenaufnahme Wirbelsäule eines Hundes

Das Zentrum des Körpers hat eine extrem wichtige Stütz- und Haltefunktion für den Körper, die zum Teil sehr große Belastungen mit sich bringt. Durch ungünstige Bedingungen der Umgebung, durch Bewegungsmangel und unzureichendes Training der tiefen Rumpfmuskulatur, entstehen häufig Gelenk- und Rückenprobleme infolge von Blockaden, Fehl- und Kompensationshaltungen, die das Risiko für Sekundärschäden erhöhen, z. B. Kissing Spines beim Pferd oder Sehnen- und Gelenkschäden, beim Hund häufig Bandscheibenvorfälle. Häufig entwickeln sich bei Pferden und Hunden auch Probleme mit dem Kniegelenk oder mit der Kniescheibe aufgrund von Blockaden und muskulären Defiziten im Bereich der Lendenwirbelsäule und des Beckens.

An der Wirbelsäule gibt es beim Pferd ca. 200 Gelenke (Variationen je nach Tierart), die die Längsbiegung, die Streckung und die Beugung der Wirbelsäule ermöglichen. Diese Beweglichkeit ist notwendig, damit sich ein Tier taktrein bewegen und Hindernisse überwinden kann. Man könnte im weitesten Sinne auch den Vergleich zu einem Stabhochspringer herstellen. Der Stab nimmt die kinetische Energie des Springers auf und katapultiert den Hochspringer über die hoch gelegene Stange.

Beim Tier, v.a. beim Pferd, entsteht die kinetische Energie vor allem in der Hinterhand, das Becken überträgt dann die Kraft auf die Wirbelsäule, die den Körper nach vorne schiebt. Sowohl beim Hochsprung wie auch beim Tier müssen die Wirbelsäule, bzw. der Stab eine gewisse Flexibilität bei gleichzeitiger Stabilität besitzen. Beim Tier entsteht diese notwendige Beweglichkeit durch die 200 Gelenke, die sich entlang der Wirbelsäule zwischen den Wirbeln befinden. Die notwendige Stabilität bekommt sie dadurch, dass die Wirbel gleichzeitig eng miteinander verzahnt sind, so dass für jeden einzelnen Wirbel nur ein sehr kleiner natürlicher Bewegungsspielraum vorhanden ist. Die Gesamtbeweglichkeit entsteht über die Summe der einzelnen Bewegungsspielräume der Wirbelgelenke.

Je größer und schwerer ein Tier ist, desto stabiler muss die Wirbelsäule sein. Denn wenn die Beweglichkeit bei einem schweren Tier groß wäre, könnte die Energie nicht effizient aus der Hinterhand, über das Becken auf die Wirbelsäule übertragen werden.

Die Wirbelsäule würde mit einem Gewicht von ca. 20-30 kg seitlich vor dem großen Gewicht des Körpers wegbiegen (je nach Körpergröße 100-900 kg, Mini-Shetty bis Kaltblut) und könnte den Körper nicht effizient nach vorne schieben, sondern die kinetische Energie würde dann aufgrund der Instabilität in den Seitwärtsbewegungen verloren gehen. Das heißt der Bewegungsspielraum der einzelnen Wirbelgelenke ist bei kleinen, leichten Tieren viel größer (vgl. Seit-Beweglichkeit der Wirbelsäule beim Hund, Katze und Pferd).

Die Wirbelsäule bildet den „Leitungskanal“ und ein vollständig umgebendes knöchernes Schutzgerüst für das Rückenmark. Beidseits der Wirbelsäule treten zwischen den Wirbeln die Spinalnerven hindurch, die das zentrale Nervensystem mit den Organen und Muskeln in der Peripherie verbinden. An diesen Austrittstellen liegt der Ansatzpunkt der Chiropraktik, wenn die Beweglichkeit von Wirbeln eingeschränkt ist, bzw. wenn eine „Blockade“ vorliegt, wie man umgangssprachlich sagt.

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©2017 Back in Motion - Dr. med. vet. Silke Pohl

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